Tomas Bünger


Tomas Bünger hat klassischen und modernen Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Theater Hannover studiert und war langjähriges Mitglied des Tanztheater Bremen unter Susanne Linke und Urs Dietrich. Er arbeitete außerdem mit Reinhild Hoffmann, Rodolpho Leonie, Rami Be’er, Emanuel Gat, Tero Saarinen und Ingun Bjørnsgaard zusammen. Anschließend machte er eine integrative Tanzlehrerfortbildung am Mark Morris Dance Center in New York, war Gast-Dozent an der Universität der Künste in Buenos Aires und arbeitet seit mehreren Jahren auf Einladung des Goethe-Institut Bangladesh als Gast-Dozent für Zeitgenössischen Tanz und Choreografie am Nationaltheater und der Universität in Dhaka. Lehraufträge an der Universität Bremen und der HKS Ottersberg. Künstler-Residenz mit dem Tänzer Kossi Sebastien Aholou-Wokawui am Tanzzentrum Brin de Chocolat in Lomé, Togo. Tomas Bünger unterrichtet und choreografiert im professionellen und nicht-professionellen Bereich und tanzt manchmal auch noch selber. Er ist Jury-Mitglied des Tanztreffen der Jugend/Berliner Festspiele.

Training


Tanz ist für Tomas Bünger leibliches Forschen. Sein Zeitgenössisches Tanztraining basiert auf seiner jahrelangen Erfahrung als professioneller Tänzer und arbeitet mit Einflüssen aus Ballett und Yoga.
Im Zentrum steht die Wahrnehmung des inneren und äußeren Raumes und der Wechsel zwischen Form und Freiheit. Das Training schult die Koordination und schafft ein Bewusstsein für Rhythmus und Musikalität. Der Bezug zum Boden und zur eigenen Körpermitte ist hierbei essentiell. Weiterhin arbeitet er an der Möglichkeit, eigene Bewegungstexte zu erfinden und diese in einen theatralen Kontext zu stellen. Ausgehend von der eigenen Person wendet man sich anschließend einem Gegenüber zu und begreift sich am Ende als Teil einer Gruppe.
Tomas Bünger unterrichtet außerdem ein spezielles Training für Menschen mit Parkinson.
Trainingstermine finden Sie hier

Choreografie



Fremd.Sein

Premiere 15.09.2017, Schwankhalle Bremen


Von: Tomas Bünger


Was hat der Tanz damit zu tun, dass ich heute hier stehe? Migration ist für viele Tänzer *innen ein berufsbedingtes Lebensprinzip, sie sind es gewohnt mit unterschiedlichsten Menschen an den verschiedensten Orten zu arbeiten. Fremdsein gehört zum Alltag. Für viele andere Menschen dagegen ist das Verlassen der Heimat der letzte Ausweg aus der Not. In FREMD.SEIN begeben sich eine zeitgenössische Tänzerin aus Brasilien mit deutschen Wurzeln, ein aus einer syrischen Familie stammender urbaner Tänzer und ein 2014 aus Gambia geflohener Breakdancer auf eine Reise, teilen persönliche Geschichten und erforschen  den eigenen Lebensweg.


Tanz: Ben Hasan Al-Rim, Mustapha Danso, Magali Sander Fett
Video: Till Botterweck (URBANSCREEN)
Kostüme: Christin Bokelmann


Produktion: TanzKollektivBremen
Koproduktion: Schwankhalle


Gefördert vom Senator für Kultur und der Waldemar Koch Stiftung.
Die Produktion wurde unterstützt durch eine Rechercheförderung vom Fonds Darstellende Künste.


Fremd.Sein



Turnen

60 Minuten, Theater Bremen


Von: Tomas Bünger


„Ich rannte. Ich rannte, bis meine Muskeln brannten und durch meine Venen Batteriesäure schoss. Dann rannte ich weiter.“ (Fight Club) — Höher, schneller, weiter. Das sind die Tugenden der sogenannten Leistungsgesellschaft und die des Sports. Hier wie dort versuchen wir, uns für den Überlebenskampf zu optimieren. Männer werden zu Kämpfern. Wie Batteriesäure fließen Adrenalin und Testosteron. Es wird gerannt, gerungen, gesprungen – bis zur Erschöpfung. Selbst die Lust lauert. Wir rennen Idealbildern hinterher und manchmal uns selber davon. Der Körper wird zum Panzer, um dem Bild des starken Mannes zu genügen. Ist das wirklich so? Was wäre das Gegenbild? Mit welchen Körperbildern sind wir durch andere kulturelle Einflüsse konfrontiert und was fasziniert uns an dem Bild des Kämpfers, ob in Film, Spiel oder Realität? Ein Tanzprojekt mit jungen Männern aus unterschiedlichen Kulturen zwischen Lust und Last – Niederlagen nicht ausgeschlossen.


Choreografie: Tomas Bünger
Ausstattung: Silke Schumacher-Lange
Musik: Max Nübling
Licht: Joachim Grindel
Dramaturgie: Marianne Seidler

Eine Junge Akteure-Produktion/ Theater Bremen




Zauderhaft

15 Minuten, Bremer Tanztage


“Von dem, was die anderen nicht von mir wissen, davon lebe ich.” (Peter Handke). Zwei junge Frauen in einem zwischen Haltung und dem Wunsch, aus sich heraus zu treten. Was liegt unter der Oberfläche und was bin ich bereit zu offenbaren. Liegt die Schönheit im Zeigen oder im Zögern. Ein Duell über das Geheimnis des Verhüllens. Körper in Kleidern. Das Stück ist ein Teil aus dem Abend Triade.


Konzeption / Choreografie: Tomas Bünger
Tanz: Neele Buchholz, Adriana Könemann


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